Umwelt

Wer mit dem Auto nach Straßburg fährt, braucht die französische Umweltplakette - 2021

Als Maßnahme gegen Feinstaubbelastung und hohe Ozonwerte führte die Eurométropole Straßburg am 1. November 2017 eine Umweltplakette für motorisierte Fahrzeuge ein. Auch ausländische Fahrzeuge – Pkw, Motorräder, Lkw und Busse – müssen mit der Plakette ausgestattet sein, wenn sie an Tagen mit hoher Luftverschmutzung im Großraum Straßburg fahren möchten. Die deutsche grüne Feinstaubplakette ist dort nicht gültig. Der Eurodistrikt setzt sich jedoch für eine wechselseitige Anerkennung der beiden Systeme ein. Die französische Umweltplakette kostet 4,21 Euro (inkl. Portokosten ins Ausland) und kann ganz einfach über die deutsche Internetseite der französischen Regierung erworben werden.

Besonders in den Wintermonaten werden in Straßburg häufig hohe Feinstaubwerte gemessen; im Sommer steigen die Ozonwerte manchmal über den EU-Grenzwert. An Tagen mit hoher Schadstoffbelastung hat die Stadt schon in der Vergangenheit unter anderem die Preise für den öffentlichen Nahverkehr gesenkt, um Menschen dazu zu bewegen, vom Auto auf umweltfreundlichere Transportmittel umzusteigen. Diese Maßnahme wurde um das Fahrverbot für Fahrzeuge ohne Umweltplakette oder mit zu hohem Schadstoffausstoß ergänzt. Es greift, wenn bestimmte Grenzwerte für den Ozon- oder Feinstaubgehalt in der Luft an drei Tagen in Folge überschritten wurden und gilt im gesamten Straßennetz der Eurométropole de Strasbourg. Anzeigen mit der Aufschrift „Circulation différenciée“ weisen darauf hin, dass das Fahrverbot gilt. Der Eurodistrikt informiert über Facebook jeweils aktuell darüber.

Derzeit bereitet die Eurometropole die Einführung einer permanenten Umweltzone (genannt Zone à faibles émissions, kurz ZFE) ab 1. Januar 2022 vor. Alle Details zur Vorbereitung und zur durchgeführten Bürgerbeteiligung finden Sie unter https://int.strasbourg.eu/de/zfe. Zum 01.01.2022 werden alle Fahrzeuge, die aufgrund ihres Alters entweder keine Crit’Air-Plakette oder nur eine der Klasse 5 bekommen, mit einem Fahrverbot belegt. Danach werden stufenweise weitere Crit’Air-Klassen vom Verkehr ausgeschlossen.

Der Zeitplan für die stufenweise Einführung der Umweltzone, der derzeit diskutiert wird, sieht folgendes Szenario vor:

  • Zu Jahresbeginn 2022 dürfen Fahrzeuge ohne Crit’Air-Plakette und mit Crit’Air 5 auf dem gesamten Gebiet der Eurométropole nicht mehr fahren – Übergangsphase bis zum 1. Januar 2023.
  • Vom 1. Januar 2023 sind dann Fahrzeuge mit Crit’Air-Plakette 4 vom Fahrverbot betroffen – Übergangsphase bis zum 1. Januar 2025.
  • Vom 1. Januar 2024 wird das Fahrverbot auf Fahrzeuge in der Crit’Air-Kategorie 3 ausgedehnt – Übergangsphase bis zum 1. Januar 2027.
  • Vom 1. Januar 2025 fallen Fahrzeuge mit der Crit’Air-Plakette 2 unter das Fahrverbot – Übergangsphase bis zum 1. Januar 2028. 

Damit sind vom 1. Januar 2028 an Pkw und Lkw mit Dieselmotor vom Gebiet der Eurométropole de Strasbourg komplett verbannt. Zu Beginn der Einführung der Umweltzone am 1. Januar 2022 wird bei den Kontrollen der Fahrverbote die Sensibilisierung und Beratung der Autofahrer im Vordergrund stehen. Danach folgen Stichprobenkontrollen durch die Polizei, schließlich soll ein frankreichweit gültiges System eingesetzt werden, bei dem die Nummernschilder automatisch eingelesen werden, wenn Fahrzeuglenker in die Umweltzone einfahren.

Erklärung der französischen Vignette Crit'Air

Die französische Vignette gibt es in sechs verschiedenen Farben: Grün steht zum Beispiel für sehr umweltfreundlich, also für Elektroautos. Je nach Fahrzeugklasse und -alter werden außerdem violette, gelbe, orangefarbene, braune oder graue Plaketten zuerkannt. Wem bei der Angabe seiner Fahrzeugdaten im Internet angezeigt wird, dass er eine orangefarbene, braune oder graue Plakette bekommt, weiß bereits, dass er aufgrund des hohen Schadstoffausstoßes seines Autos bei hoher Luftbelastung im Großraum Straßburg nicht fahren darf. Betroffen vom Fahrverbot sind unter anderem Dieselautos von vor 2011 und Autos mit Benzinantrieb von vor 2006. Für Lkw und Wohnmobile gelten gesonderte Regelungen.

Die Umweltplakette „Crit’Air“ kann auf der Internetseite der französischen Regierung zu einem Preis von 4,21 Euro bestellt werden; darin sind die Versandkosten bereits enthalten. Es wird davor gewarnt, sie über andere Websites zu kaufen, wo unseriöse Anbieter höhere Preise verlangen.

Die Plakette ist so lange gültig, wie sie lesbar ist. Sie gilt nicht nur auf dem Gebiet der Eurométropole de Strasbourg, sondern auch in anderen französischen Städten, wie Paris, Grenoble und Lyon. Wer an Tagen mit hoher Schadstoffbelastung ohne Umweltplakette gesichtet wird, muss in Straßburg mit Bußgeldern zwischen 45 und 135 Euro rechnen. Die Höhe der Geldbußen richtet sich nach Fahrzeugtyp und -größe.

Alle Informationen und Bestellformulare finden sich unter diesem Link: www.certificat-air.gouv.fr/de/

Gültigkeitszone

Auf folgender Karte können Sie sehen, wo im Falle der "Circulation Différenciée" Vignettenpflicht besteht: Karte

Automatische Benachrichtigung

Die Eurometropole hat einen Service eingerichtet, über den Bürger automatisch per Mail oder SMS benachrichtigt werden können, wenn die Grenzwerte überschritten werden und wenn die "Circulation différenciée ausgerufen wird: Link 

Hintergrund

Hohe Ozon- und Feinstaubmengen in der Luft werden als potentiell gesundheitsschädlich eingestuft. Vor allem bei älteren Menschen, Kindern oder Schwangeren können sie zum Beispiel zu Atemwegsbeschwerden führen. Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, ruft die Stadt Straßburg deshalb Ozon- oder Feinstaubalarm aus. 

aktuell

Der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau sieht sich seit einiger Zeit zunehmend mit der wachsenden Na

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